Archiv

Hier werden Erlebnisbereichte und Fotos von vergangenen Wettbewerben archiviert.




Erlebnisbericht zur 19. IBO 2008 in Mumbai, Indien



Zur 19. internationalen Biologieolympiade in Mumbai qualifizierten sich Thai Le Tran, Arne Jahn, Christina Kuhlmey und Maren Büttner in vier Auswahlrunden. An einem Trainings-wochenende in Potsdam erhielten alle Teilnehmer letzte Instruktionen und hatten dann noch eine Woche Zeit, die jeweiligen Schwachstellen auszubügeln, bevor die Reise nach Indien begann. Nach acht Stunden Flug erreichten wir unser monsunverhangenes Ziel. Schon auf dem Flughafen in Mumbai schlug uns die warm-feuchte Luft Mumbais entgegen, während sich um und herum scheinbar nur Baustellen erstreckten. Als wir den Flughafen verließen gingen wir an einer schier unüberschaubaren Menge an Indern entlang, die ihre Verwandten in traditionell bunter indischer Kleidung erwartete. Wir wurden von einem IBO-Shuttle abgeholt und in unser Hotel gebracht, wo wir übermüdet in unsere Betten fielen. Arne und Christina brachten es dabei fertig, sich bereits auf diesem kurzen Weg einen Mückenstich einzufangen.

Den ersten Tag in Mumbai verbrachten wir damit uns anzumelden, unsere Handys abzugeben, uns mit unserem Guide Rahul anzufreunden und die indische Küche auszuprobieren. Unsere Betreuer Dr. Lucius, Dr. Mühle und Herr Kappei fuhren zum Jury-Hotel, während wir Bekanntschaft mit den anderen Teilnehmern machten, unter denen auch einige bekannte Gesichter waren. Ein wenig enttäuschend war, dass wir selbst mit Begleitung unseres Guides das Hotel nicht verlassen durften, was am Ende der Woche zu einer verzweifelten Last-Minute-Suche nach Postkarten führte.Zu erwähnen ist, dass in den Hotels, Veranstaltungsräumen und Bussen alles klimatisiert war, während man im Freien bei über 30°C und hoher Luftfeuchtigkeit sofort anfing zu schwitzen, woran wir uns jedoch letztendlich gewöhnten. Am zweiten Tag wurde alles feierlich eröffnet und wir durften anderthalb Stunden lang eine Vorführung in traditionell indischen Tanz und Musik anhören. 56 Nationen marschierten ein, darunter die Erstteilnehmer Afghanistan, Kuwait und Italien und mit Nigeria auch wieder ein afrikanisches Land. Immer noch mit Schlips und Kragen beziehungsweise Rock schauten wir uns die Labore im HBCSE Homi Bhaba Center for Science Education an, an dem man das momentane Stadtwachstum gespiegelt sieht.

Am Dienstag begannen die praktischen Klausuren. In Zoologie hatten wir drei Schädeln drei Wirbelsäulen und drei Extremitäten zuzuordnen und die Familien zu bestimmen. Das Ganze erfolgte über die Analyse der einzelnen Teile, war also sehr logikbasiert. In der Botanik hatten wir Nagellackabdrücke der Blattunterseite von zuvor unter verschiedenen Bedingungen inkubierten Pflanzen und mussten die Stomata zählen. Außerdem waren Pflanzenschnitte anzufertigen und ein vereinfachter dichotomer Bestimmungsschlüssel für Trichome und Spaltöffnungen zu bearbeiten. In Ethologie wurde zuerst nach einer Versuchsanordnung für die Geruchserprobung bei Drosophilalarven gefragt und dann verschiedene Petrischalen gezeigt. Dem Auszählen folgten verschiedene Berechnungen und ein Experiment mit einem japanischen Kampffisch, in dem dessen Verhaltensweisen analysiert wurden. In der Biochemie haben wir mit einer Eichreihe die Fähigkeit einiger Bakterien zum Penicillin-G-Abbau untersucht und anschließend diverse Konzentrationen berechnet. Am Mittwoch konnten wir uns im größten Freizeitpark Indiens erholen, um 3 Uhr nachmittags ordentlich tanzen und danach in eine dem Freizeitpark angeschlossene Wasserwelt gehen. Die Theorieklausur folgte am Donnerstag und müssen an dieser Stelle gelobt werden. Nur 2 von 63 MCs wurden von der Jury gestrichen, was den IBO-internen Rekord darstellt. Die Aufgaben waren also top, haben Spaß gemacht und erforderten logisches Denken. Am Freitag besuchten wir drei Museen nacheinander und waren dementspechend erschöpft, da nun auch jeden Abend reger Kontakt zwischen den Teilnehmern bestand. Beschränkte sich dieser am Anfang noch auf die „Wiederholungstäter“ des Vorjahres (neben Thai, Arne und Christina noch 22 andere Teilnehmer, unter anderem aus der Schweiz) lernten wir mehr und mehr nette Leute kennen.

Richtiges Glück hatten wir am Samstag, weil wir nicht mit der großen Gruppe zu Geschäften fuhren, die leider geschlossen waren, sondern mit dem deutschen Konsul die Stadt erkundeten und von diesem erklärt bekommen haben. Ansonsten hätte man als Teilnehmer leider nicht allzu viel von Mumbai gesehen. Nach dieser Stadtführung folgte die mit Spannung erwartete Siegerehrung. Maren und Arne errangen je eine Bronze-, Christina eine Silbermedaille. Thai erreichte Platz sieben in der Gesamtwertung und erhielt dafür eine Goldmedaille. Nicht alle waren mit ihrem Ergebnis zufrieden, da einige Fehler vermeidbar gewesen wären, doch alles in allem ist das Ergebnis zufrieden stellend, da Deutschland in der inoffiziellen Länderwertung Platz elf erreichte. Wir alle sind sehr glücklich diese Möglichkeit gehabt zu haben und danken den internationalen Organisatoren sowie unseren Betreuern Herrn Dr. Lucius vom IPN in Kiel, Dr. Christiane Mühle, promovierte Biologin in Erlangen, Dennis Kappei, Doktorand in Dresden, den Sponsoren, allen voran das Bundesministerium für Jugend, Bildung und Sport, den Organisatoren und Betreuern der nationalen Biologieolympiade und den Landeswettbewerben sowie allen anderen Menschen, die uns in irgendeiner Weise unterstützt haben.

Christina Kuhlmey (Weinberg-Gymnasium Kleinmachnow, Brandenburg) und Arne Jahn (Carl-Friedrich-Gauß Gymnasium Frankfurt (Oder), Brandenburg)

 

Erlebnisbericht zur 18. IBO 2007 in Saskatoon, Kanada

Von Samstag, dem 14. Juli bis Dienstag, dem 26. Juli 2007 fand die 18. Internationale Biologieolympiade in Saskatoon statt, der größten Stadt der kanadischen Provinz Saskatchewan. Als Teilnehmer qualifiziert hatten sich Arne Jahn (Brandenburg), Thai Le Tran (Sachsen), Simon Wolfgang Mages (Bayern) und Christina Kuhlmey (Brandenburg), begleitet und betreut wurden wir von Herrn Dr. Lucius, Christiane Mühle, Dennis Kappei und Ralf Kittler.

 

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Die deutschen Starter und ihr Guide

Am Sonntag stand ein Besuch der Canadian Light Source auf dem Programm, ein Synchraton, bei dem durch die Bewegung von Elektronen durch ein Magnetfeld Licht verschiedenster Wellenlängen erzeugt und für Untersuchungen genutzt werden kann. Da wir gruppenweise durch die Anlage geführt wurden, unterhielten sich die jeweils Wartenden, wobei es auch zu kleinen Verwechslungen kam, als beispielsweise die Schüler aus Indien und Pakistan verwechselt wurden, was diese jedoch mit Humor nahmen. Auch am Abend ging es mit Physik weiter, als wir in bunt zusammengewürfelten Teams mit Hilfe von Mikrowelle, Marshmallows, Schokolade und Käse die Lichtgeschwindigkeit bestimmten, wobei die halb eingeschmolzenen Experimentierrückstände nicht nur größtenteils essbar, sondern teilweise auch faszinierend anzusehen waren.

Am Montag war dann die eigentliche Eröffnungszeremonie, zu der die meisten Länder in ihrer landestypischen Tracht erschienen. Schnell entbrannte ein gegenseitiges Fotografieren zusammen mit den anderen Teams, wobei die so entstandenen Bilder nach der IBO fleißig getauscht wurden. Doch bevor es so weit kam, hatten wir am Dienstag die praktischen Klausuren zu überstehen. Die Schüler wurden dafür in vier Gruppen aufgeteilt, welche die Labore im Rotationsprinzip durchliefen und anhand ihrer unterschiedlich gefärbten Kittel unterschieden wurden. Für mich begann der Tag mit Genetik, wo wir uns mit Plasmidextraktion, Sequenzierung eines DNA-Abschnittes mit Schnittstellensuche und dem Chi-Quadrat-Test auseinandersetzten, bevor es dann zur Biochemie ging. Hier ging es neben einer Extraktionsmessung zur Konzentrationsbestimmung vor allem um rein theoretische Rechen- und Logikaufgaben.In der Botanik ging es um Präparation und Mikroskopie, und in der Zoologie betrachteten wir die inneren Organe von Nereis und Lumbricus, bevor wir dann den Aufbau anderer „wurmähnlicher Tiere“ ihren Lebensweisen zuordneten. Nach den praktischen Klausuren fuhren wir nach Wanuskewin außerhalb von Saskatoon, wo wir nicht nur unsere Mentoren trafen, sondern auch in Tipis übernachteten, was zwar ziemlich kalt, aber dennoch eine äußerst interessante Erfahrung war. Einige Länder hatten dennoch immer und überall ihr Sortiment an Büchern parat, wie hier links Barry Liu aus den USA. Viele Teilnehmer ließen sich aber auch am Vorabend der theoretischen Klausur nicht von einem ausgiebigen Fußballspiel abhalten.

Die theoretische Klausur war zweigeteilt, so dass man sich zwischendurch mit den anderen Teilnehmern austauchen konnte. Dennoch waren alle erleichtert, als dieser Teil des Wettbewerbes hinter uns lag, so dass der Geburtstag von zwei Teilnehmerinnen dann am Abend auch ausgelassen gefeiert wurde. Am nächsten Tag ging es schon früh los, denn wir hatten einen Tagesausflug zum Prince Albert National Park vor uns. Nachdem wir ausgiebigste Führungen durch diverse Souvenirshops hinter uns hatten, ging es dann auch endlich in den Wald. Präpariert mit Mückenspray wurde unsere kleine Wanderung dann ein schönes Erlebnis und lenkte auch ein wenig von der Frage ab, welche Glücklichen am Folgetag eine Medaille erhalten würden. Doch auch am Samstag wurden wir zunächst auf die Folter gespannt, denn vor der Preisverleihung ging es zunächst ins Western Development Museum, wo eine typische Western-Stadt nachgebaut war. Doch nachdem diese besichtigt worden war, kam es endlich zur Preisverleihung, die in einer Kirche stattfand. Den ersten Platz belegte Janewit Wongboonsin aus Thailand. Vom deutschen Team errang Thai Le Tran eine Silbermedaille, während Simon Mages und Christina Kuhlmey eine Bronzemedaille erhielten.

Die verbliebenen Tage nutzten wir, um noch etwas mehr von Saskatchewan zu erkunden bevor wir dann am folgenden Dienstag endgültig die Heimreise antraten. Aber vielleicht werden ja einige zu Wiederholungstätern, denn bis auf Simon Mages, der in diesem Jahr sein Physikstudium beginnt, können sich alle Teilnehmer im nächsten Jahr erneut für die IBO in Indien bewerben.

Christina Kuhlmey (Weinberg-Gymnasium Kleinmachnow)

 



Was gibt es schöneres, als nach einer anstrengenden Schulwoche einen angenehmen Start in ein geruhsames Wochenende zu erleben? Nun, nicht viel, aber für viele Jungbiologen aus ganz Brandenburg gab es am Freitag, dem 12. Mai trotzdem Grund genug, dem Wochenende mit Spannung entgegenzusehen: An jenem Tage nämlich begann am gastgebenden Gauß-Gymnasium Frankfurt (Oder) das Finale der 11. Biologie-Landesolympiade, das langerwartete Wiedersehen alter Bekannter und ein abwechslungsreicher Wettbewerb mit vielen skurillen Einlagen… Dabei begann alles eher ruhig mit dem allmählichen Eintrudeln der Teilnehmer, der Betreuer und Organisatoren (viele Schüler der gastgebenden Schule hatten sich als Helfer gemeldet) in der großen Aula, gefolgt von gemischten Varianten des Wartens: Schulerkundung, Freunde suchen, Bücher wälzen (auch das gab's!) und die unvermeidlichen Skatrunden. Erst, nachdem jeder anhand seines Namensschildes in der Lage war, die Anmeldungsliste sorgfältig zu beschriften, wurde dann die Leerung der Aula als Signal zum Essenfassen gewertet; in der Mensa wurde bereits aufgetischt. Von da an war der Veranstaltungsplan den „älteren Hasen“ durchaus vertraut: Eröffnungsreden mit Musikprogramm, die besten Wünsche aller über die rege Teilnahme erfreuten Lehrkräfte und nach der Flucht aller übrig gebliebenen Nicht-Biologen auch die Arbeitsschutzbelehrungen, diesmal am Beispiel eines langjährigen LOB- Überlebenden. Nachdem der offizielle Teil überstanden war, folgte noch die unvermeidliche Gruppenaufnahme vor dem Schulgebäude in farbfrohem Bordeaux, was trotz der Mückenplage, die unsere Stadt heimsuchte, im üblichen Chaos geregelt vonstatten ging.

 

Nun erst begann der bisher absichtsvoll ausgeklammerte „Ernst des Lebens“, die theoretische Klausur mit ihren 2,5 (Klassen 7 – 10) bzw. 3 (Klasse 11/12) Stunden Umfang und den zahlreichen Aufgaben zu Zoologie, Botanik, Genetik, Humananatomie, Biochemie,…. Wenig hilfreich war hierbei, dass die Namensschilder nur noch selten den eigenen Namen zeigten.

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Juliane und Christian beim Untersuchen des ''Flaschenputzers''

Aber nach diesen Stunden, die angesichts des gewaltigen Aufgabenpensums vielfach zu schnell vergingen, hatten sich alle Beteiligten eine Pause wirklich mehr als verdient, bis man sich geeinigt hatte, wie der Weg zum Internat zurückzulegen sei. Schlussendlich wälzte sich gegen 17 Uhr ein gewaltiger Strom von über diverseste biologische Themen redenden Menschen Richtung Internat, wo die Zimmer zu beziehen waren, ehe man sich auf das Buffet stürzen konnte. Gegenüber vielen neuartigen, aber auch aus dem Wochenverlauf schon bekannten Speisen nahmen einige überaus erstaunte Internatler diese Wendung mehr als wörtlich, doch im großen Ganzen verlief alles friedlich und gemäß der Genfer Konvention. Der gesamte restliche Abend war als „Freizeit“ proklamiert worden, weswegen viele Schüler wieder zur Schule zurückgingen, wo sportliche Aktivitäten jeden Rest von Reserven vernichten konnten, ehe der bezüglich des nächsten Tages erwartungsvolle Jungbiologe sich in sein (Internats-)Bett fallen ließ. Wem nicht nach Fuß-, Basket- oder Volleyball war, der besuchte die nahe gelegene Stadt oder blieb im Internat zu gegenseitigen Zimmerbesuchen und – Skat.

Viel zu früh weckten unzählige Geräusche den schläfrigen Schüler, mit nicht mehr allzu viel Elan am nächsten Morgen das Frühstück zu besehen und die Zimmer wieder zu räumen. Truppweise marschierten ganze Kolonnen erwachender (und schon wieder mit der Aussicht auf einen biologischen Tag konfrontierter) Schüler zur Schule zurück, um sich dort der letzten großen Herausforderung zu stellen: dem Praktikum. Nach kurzer Wartezeit im Foyer (von einigen Unverzagten noch zum Auffrischen verlorengeglaubter Kenntnisse genutzt) gelangten alle in die Praktikumsräume, deren Innenausstattung bereits erste Neugier weckte; Regenwürmer und Skalpelle lagen bereit. Die vielfältigen Untersuchungen am Regenwurm (Reaktionen, Blut, Darminhalt usw.) zeigten vielen Unerschrockenen die Komplexität selbst so unscheinbarer Lebewesen, glücklicherweise jedoch ohne größere Schocksituationen auf Seiten der Sezierenden. Weitere 2,5 Stunden später war dann jeder bereit zum Mittagessen, dem sich wiederum Freizeit anschloss, nutzbar zur Ruhe auf dem Schulhof, zum Stadtbummel oder – für ganz Mutige – zum Miterleben eines Fachvortrages über Dasselfliegen (J. Damann) und Spinnen (Christian Herold).

Nach der Auswertung der Aufgaben sammelten sich, wie bereits zu Anbeginn, die wochenendbereiten Schüler in der Aula, zur Siegerehrung. Bemerkenswert knappe Reden seitens der politischen Vertreter, aufgewogen durch die energische Ansprache des verletzten (und trotzdem immer anwesenden) Verantwortlichen, Herrn Heinrich, läuteten dann auch das Ende der Gesamtveranstaltung ein. Glückliche Gesichter, erfolgreiche Teilnehmer und für jeden mindestens einige neue Freunde und viel Dazugelerntes – in diesem Grundtenor zerstreuten sich die Teilnehmer wieder in alle (brandenburgischen) Winde. Wie jedes Jahr, wenn eine LOB erfolgreich zu Ende ging. Und wie jedes Jahr heißt es auch diesmal für die meisten nicht „Leb wohl!“: Und wenn nicht durch ausgetauschte Adressen, auch nächstes Jahr gibt es mit Sicherheit ein großes Wiedersehen, wenn es wieder heißt: Willkommen bei der Bio-Olympiade.

Christian Herold

Im Schuljahr 2006/2007 nahmen 64 Gymnasien und Oberschulen mit insgesamt 2656 Schülerinnen und Schülern der Klassenstufen 6-12 an den Qualifikationsrunden zur Landesolympiade „Junger Biologen“ teil. Bei den Regionalwettbewerben am 21. Februar 2007 in Cottbus, Frankfurt(Oder), Kleinmachnow und Wittenberge kämpften noch 189 Bioolympioniken um die Qualifikation für das Finale in Lübben, das am 11. und 12. Mai am Paul-Gerhardt-Gymnasium stattfand. Dort starteten dann noch 26 Schulen mit 61 TeilnehmerInnen. Die zahlenmäßig stärksten Mannschaften stellten das Carl-Friedrich-Gauß- Gymnasium Frankfurt (12 Finalisten), das Max-Steenbeck-Gymnasium Cottbus (8) und das Weinberg-Gymnasium Kleinmachnow (4) sowie das F.F. Runge-Gymnasium Oranienburg (4).

TeilnehmerInnen von 14 Gymnasien und Oberschulen konnten während der Siegerehrung am 12. Mai mit Preisen und Anerkennungen geehrt werden. Die ersten Preise und die Sonderpreise wurden wie folgt verteilt.

 

1, Preise

 

Vorname Name

Schule Stadt

Klassenstufe

Utz Ermel

Carl-Friedrich-Gauß-Gymn. Frankfurt/Oder

7

Johannes Czerny

Marie-Curie-Gymnasium Wittenberge

8

Julia Kilian

Max-Steenbeck-Gymnasium Cottbus

9

Christina Gebler

Theodor-Fontane-Gesamtschule Burg

10

Sebastian Schulz

Carl-Friedrich-Gauß-Gymn. Frankfurt/Oder

10

Martin Straßenburg

H.-v.-Helmholtz-Gymnasium Potsdam

12

Dave Hartig

Max-Steenbeck-Gymnasium Cottbus

11

 

 

 

 

Sonderpreise

 

Vorname Name

Schule Stadt

Art des Sonderpreises

Johannes Czerny

Marie-Curie-Gymnasium Wittenberge

Sparkasse

Christina Gebler

Theodor-Fontane-Gesamtschule Burg

Schulleiter PG-Gymn.

Martin Straßenburg

H.-v.-Helmholtz-Gymnasium Potsdam

MBJS

Arne Jahn

Carl-Friedrich-Gauß-Gymn. Frankfurt/Oder

Landrat

Dave Hartig

Max-Steenbeck-Gymnasium Cottbus

Förderverein PG-Gymn.

Christina Kuhlmey

Weinberg-Gymnasium Kleinmachnow

BLiS eV.





Die Preise wurden unter anderem von der Mittelbrandenburgischen Sparkasse, vom Landrat des Kreises Dahme-Spreewald Herrn Wille, vom Schulleiter des Paul-Gerhard-Gymnasiums Herrn Haase sowie von Herrn Schmidt vom MNU e.V. überreicht. Neben Preisen für die besten Biologen wurden auch wieder diverse Praktika und Berechtigungen zur Teilnahme an der Sommerakademie vergeben, um die Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe 1 noch besser auf die Anforderungen der internationalen Biologieolympiade vorzubereiten.

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Finalrundenteilnehmer vor dem Wettkampf, Lübben 2007

Auch in den Qualifikationsrunden zur Internationalen Biologieolympiade konnte der Brandenburger Biologen-nachwuchs an die hervorragenden Ergebnisse der letzten Jahre anknüpfen. Sowohl in der zweiten als auch in der dritten Runde des Auswahlverfahrens zur 18. IBO stellten wir Brandenburger die erfolgreichsten Mann-schaften im Vergleich der Bundesländer. 14 !!! Schülerinnen und Schüler des Landes Brandenburg hatten sich für die dritte Runde des Auswahlverfahrens, die vom 18. bis 23. Februar 2007 am Institut für Pädagogik der Naturwissenschaften an der Universität Kiel stattfand, qualifiziert. Darunter sind mit Arne Jahn, Nicola Exner, Christoph Jahn, Christian Herold, Marcel Kuckelkorn, Sophie Kaspar, Friedrich Mirle vom Gauß- Gymnasium Frankfurt(Oder), Dave Hartig und Tobias Priemel vom Steenbeck-Gymnasium Cottbus, Melanie Zienicke und Juliane Kuschke vom Friedrich-Wilhelm-Gymnasium Königs Wusterhausen, Christina Kuhlmey (Weinberg-Gymnasium Kleinmachnow), Sebastian Reinig (Wolkenberg-Gymnasium Michendorf) und Martin Straßenburg (Helmholtz-Gymnasium Potsdam) viele Preisträger der Landesolympiaden vergangener Jahre. Von den anderen Bundesländern konnten Bayern (3), NRW (4), Saarland (4), Niedersachsen (3), Rheinland-Pfalz (1), Sachsen (2), Thüringen (5), Baden-Württemberg (5), Hessen (1), Sachsen-Anhalt (2), Berlin (1), Schleswig-Holstein (1) und Mecklenburg-Vorpommern (1) ebenfalls Schüler/innen unter den besten 45 Biologen der Bundesrepublik platzieren.

Vier Brandenburger gehören zu den besten 12 Biologen Deutschlands. Sie wurden von März bis Anfang Juni auf die vierte Runde des Auswahlverfahrens vorbereitet. Christina Kuhlmey, Christian Herold, Arne Jahn und Christoph Jahn kämpften vom 3. bis 8. Juni in Kiel um die Plätze in der Nationalmannschaft. Arne Jahn siegte in Kiel und qualifizierte sich ebenso für die IBO-Mannschaft 2007, die in Saskatoon (Kanada) starten wird, wie Christina Kuhlmey. Auch Christian Herold hat als Reservestarter noch gute Chancen auf die Reise über den Atlantik und einen Start in Kanada. Wieder einmal stellt Brandenburg mindestens die halbe Nationalmannschaft. Herzlichen Dank allen Kollegen und Enthusiasten, die durch ihren unermüdlichen Einsatz zu diesem hervorragenden Ergebnissen beigetragen haben.

Landesbeauftragter für die Biologieolympiade, F.H.




Dritte Qualifikationsrunde zur 18. IBO in Kiel 2007

Als es hieß die Ergebnisse der 2. Rund der IBO seien da, waren wir alle natürlich aufgeregt. Dass sich 7 von uns qualifizieren würden, hatte niemand erwartet. So kam es also, dass nach viel Vorbereitung auf dem Landesseminar in Potsdam unsere Gruppe am Sonntagmorgen in den Zug nach Kiel stieg und sich auf den Weg machte. Im Zug trafen wir auch schon einige Bekannte und Mitstreiter wieder. Am Abend in der Jugendherberge in Kiel erwartete uns ein großartiges Buffet. Nachdem wir uns alle satt gegessen hatten, wies uns Herr Dr. Lucius ein, und stellte auch unsere Betreuer vor, die alle ehemalige Olympioniken waren. Montag erwarteten uns Crashkurse zur Bioinformatik, Zoologie und Botanik, es wurde noch mal auf einige wichtige Punkte hingewiesen, sodass wir möglichst gut auf die 2 kommenden Klausur-Tage vorbereitet waren. Mittagessen gab es, wie auch an den 2 folgenden Tagen, in der Cafeteria der Uni. Zurück in der Jugendherberge bildeten sich dann kleinere Arbeitsgruppen, in denen sich jeder für die praktischen Klausuren des nächsten Tages vorbereitete. Dienstagmorgen war die Nervosität eigentlich allen anzusehen, ich aß z.B. doppelt soviel wie sonst, um keinen Hunger während der Klausuren zu haben. Was in allen 3 Klausuren an diesem Tag auffiel war, dass alle in arge Bedrängnis mit der Zeit kamen. Die Nervosität nahm zum Glück mit jeder Klausur ab, sodass beim Mittagessen eigentlich die ganze Spannung abgefallen war. Auch diesen Nachmittag verbrachte der Großteil mit lernen, denn die theoretisch Klausur war noch zu schreiben. Mittwoch ging es also noch mal darum, sich 4 ½ Stunden lang maximal zu konzentrieren. Das anschließende Mittagessen war Erholung pur, denn wir hatten das Schlimmste hinter uns. Abends haben dann viele von uns etwas unternommen und sind z.B. ins Kino gegangen. Donnerstagvormittag während der Fahrt nach Hamburg schliefen eigentlich so gut wie alle im Bus. Ziel war das Tropeninstitut, wo wir speziell einiges über Malaria erfahren sollten. Wir besuchten die unterschiedlichsten Abteilungen, sahen S4 Labore und fertigten auch einen Blutausstrich an. Nach dem Abendessen in der Hamburger Jugendherberge fuhren wir noch mal in die Stadt rein und erkundeten das Nachtleben. Freitag war es dann soweit. Die Siegerehrung bei Eppendorf stand bevor. Wir wurden wieder alle mit dem Bus hingefahren. Zunächst gab es verschiedene Vorträge zu hören, und ein Trio bestehend aus Flügel, Cello und Violine sorgte für die musikalische Umrahmung. Anschließend kam es zur Urkunden- und Praktikavergabe. Viele konnten ihr Glück nicht fassen, ich denke, dass die meisten sehr zufrieden waren. Mit einem Lunchpaket ausgestattet ging es nach der Siegerehrung auch schon zum Bahnhof. Es begann nun jeder sich von jedem zu verabschieden. Einige hatten gleich ihren Zug zu nehmen, andere erkundeten noch einige Zeit grüppchenweise die Hamburger Altstadt. Was wir alle gemeinsam gehabt haben dürften ist, dass wir an diesem Abend nach einer erfüllten Woche ins Bett fielen, und sofort einschliefen.

Erlebnisbericht von Sophie Kaspar

 

 

Das Biologieolympiadejahr 2006/2007 im Rückblick

 

Die Biologie lädt ein – und Brandenburg kommt nach Frankfurt (Oder)



 

Ein Erlebnisbericht von der IBO 2005 in Peking - Silber und Bronze für Brandenbung.

von Stefan Heinrich (Teilnehmer und Preisträger)

Vom 9. bis 24. Juli 2005 besuchten Richard Rosch, David Haselbach, Anne Behrendt und ich im Rahmen der IBO 2005 China. Wir erlebten in Peking nicht nur eine schöne und erfolgreiche Olympiade sondern lernten auch eines der interessantesten Länder dieser Welt kennen. Dieser Bericht soll einen Eindruck über unsere Erlebnisse in China während der 15 Tage vermitteln. Bereits am 8. Juli, einem Freitag, flogen wir von Frankfurt (Main) ab. Nach 10 Stunden Flug erreichten wir am Morgen des 9. Juli Peking. Schon im Flugzeug stieg die Vorfreude, denn der Ausblick beim Landeanflug bot Reisfelder, traumhafte in Nebelschwaden gehüllte Berge und malerische Flusstäler. In Peking angekommen wurden wir von unserem Teamleiter Dr. Eckhard Lucius aus Kiel empfangen, der schon seit ein paar Tagen mit seiner Familie hier war. Während der Fahrt zum Hotel bekamen wir einen Eindruck dieser doch eher europäisch geprägten Stadt.

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Die deutsche Mannschaft (v.l.n.r. Richard Rosch, Anne Behrendt, David Haselbach, Stefan Heinrich)

Moderne Hochhäuser und Plattenbauten dominieren das Stadtbild. Bemerkenswert waren außerdem die endlosen Magistralen. So fuhren wir vom Flughafen zum Hotel zum Beispiel mehr als eine halbe Stunde auf einer schnurgeraden Straße. Im Hotel angekommen galt es, erst mal den Jetlag zu überwinden. Das hieß trotz aller Müdigkeit bis mindestens um 22 Uhr aufbleiben, um sich sofort an die Zeitumstellung zu gewöhnen. Für mich hieß das also nach 35 schlaflosen Stunden endlich totmüde ins Bett zu fallen. Am Sonntag fuhren wir nach Hutong, einem Gebiet Pekings indem man traditionelle Architektur bewundern kann, die noch nicht den Plattenbauten weichen musste. Wir fuhren Rikscha und besichtigten ein typisches Haus dieses Viertels.

 

Mit einer Eröffnungsfeier am Montag dem 11.7.2005 begann dann die eigentliche Olympiadewoche. Nach der Feier wurden uns die Handhabung der Geräte erklärt die wir am darauffolgenden Tag brauchen würden. Außerdem wurde jeder Nation ein Guide zugewiesen – unser Team wurde von einer etwas nervösen und ängstlichen Germanistikstudentin betreut. Am Dienstag mussten wir in die praktische Klausur. Die vier Praktika in Biochemie, Botanik, Zoologie und Zellbiologie waren schwer aber trotzdem sehr interessant. Am gleichen Abend ging es in den Ethnic Culture Park, wo uns eine Art Animationsprogramm vorgeführt wurde.

Am Mittwoch absolvierten wir einen „Sightseeing- Dauerlauf“. Wir besuchten den Platz des himmlischen Friedens von dem die Republik ausgerufen wurde und an dem das Mausoleum Maos und die Volkskammer liegen.

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Am Platz des Himmmlischen Friedens

Danach ging es in die ebenfalls angrenzende Verbotene Stadt. Insbesondere diese alte Residenz des Kaisers war wirklich beeindruckend, es war nur schade, dass wir relativ schnell durch das riesige Gebiet geführt wurden. Am Nachmittag stand der „summer palace“ auf dem Plan. Dies ist ein sehr schöner und vor allem großer kaiserlicher Garten mit einer 800jährigen Geschichte. Am 14. Juli. folgte die 2teilige Theorieprüfung. Hier sollten wir Multiple-Choice- Aufgaben lösen. Zur Entspannung durften wir eine atemberaubende Akrobatikshow erleben. Am Freitag besuchten wir dann einen Abschnitt der chinesischen Mauer. Der Aufstieg vom Tal auf die höhergelegenen Bereiche des Bauwerks gestaltete sich als echte Herausforderung. Unten hatte man mit den Menschenmassen auf dem teilweise sehr schmalen Wall zu kämpfen, weiter oben mit der nachlassenden Kraft und der wirklich enormen Steigung! Dafür wurde man mit einem unglaublichen Blick in die umliegenden Täler belohnt. Im Anschluss an diesen Ausflug ging es in die Wangfujing-Street die größte Fußgängerzone Pekings und gleichzeitig eine riesige Einkaufsmeile. Nach der Besichtigung einer chinesischen Schule und dem dazugehörigen Erfahrungsaustausch mit ihren Schülern folgte die Siegerehrung als Finale der Abschlusszeremonie. Wir errangen 3 Silbermedaillen und eine Bronzemedaille. Die Zeremonie beendete die Olympiade offiziell und stimmte gleichzeitig auf die nächste IBO 2006 in Argentinien ein.

Unsere Reise sollte hier jedoch nicht enden: Während die meisten Teams am Sonntag die Heimreise antraten blieben wir zusammen mit den Holländern, den Esten, den Dänen, dem thailändischen Team und den Belgiern eine weitere Woche in China. Nachdem wir am Sonntag einen Tag frei zu unserer Verfügung hatten (wir besuchten den Zoo und einen Park in Peking), flogen wir am Montag, dem 18. Juli nach Kunming der Provinzhauptstadt von Yunnan in den Süden des Landes. Wir hatten sie uns jedoch etwas „provinzialer“ vorgestellt und so überraschten uns ihre 4,6 Mio. Einwohner dieses mir vorher völlig unbekannten Ortes. Obwohl wir uns nun viel weiter im Süden befanden, herrschten viel geringere Temperaturen als in Peking, denn wir befanden uns hier bereits in 2000m Höhe. Noch am Anreisetag besuchten wir den „stone forest“ indem große, vom Meer ausgewaschene Steine aus Carbonaten senkrecht in die Höhe ragen und so einen „Wald“ bilden. Am Dienstag flogen wir schon weiter nach LiJiang einer kleinen, noch höher gelegenen Stadt im Nordwesten Kunmings. Klein bedeutet hier übrigens 1,1 Mio. Einwohner... Insgesamt machte diese Stadt trotzdem den Eindruck einer Kleinstadt.

Die Kultur in diesem Gebiet ist geprägt durch die Minderheit der „Naxi“. Nach altem Brauch leiten in dieser Kultur die Frauen alle Geschäfte und der Mann kümmert sich um den Haushalt. Außerdem bleiben verheiratete Paare bei ihren jeweiligen Eltern wohnen und treffen sich meist nur nachts. Zunächst besuchten wir deshalb auch eine Kultstätte der Naxi. Von dort aus fuhren wir weiter zum Snow Mountain, einem 6470m hohem Berg an dessen Südhang sich ein 1000m hoher Wasserfall befindet. Am Mittwoch verlebten wir den meiner Meinung nach schönsten Tag in China.

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Am Fuß des Snow

Vormittag besuchten wir einen Park der Naxi, rund um einen Tempel von 1601. Hier beeindruckten uns nicht nur die alten Gebäude und ein buddhistischer Tempel, sondern auch ein interessantes Hinweisschild (siehe Bild). Viel beeindruckender als der Park war die Altstadt von LiJiang, die wir danach besuchten. Sie gehört zum Unesco- Weltkulturerbe und besteht aus unzähligen hübschen chinesischen Häuschen, die von vielen Flüsschen und kleinen Gassen durchzogen sind. Am Nachmittag liehen wir uns im Dorf an einem Verleih direkt neben einer riesigen Mao-Statue Fahrräder aus.

Wir fuhren nach Baisha einem wirklich winzigen Dorf außerhalb LiJiangs um ihrer Hektik zu entkommen und China auch mal abseits der Touristenorte bewundern zu können. Im Reiseführer hatten wir etwas über einen alten Mann namens Doktor He gelesen, der in diesem Dorf wohnen sollte. Auf dem Weg genossen wir die Ruhe außerhalb der Stadt inmitten einer wunderschönen Landschaft in der einem weit mehr Kühe und Ziegen auf der Straße begegnen als Menschen.. In dem idyllischen Dorf angekommen lud uns Doktor He, der vor seiner Hütte stand, zu einem Tee ein und erzählte uns seine beeindruckende Lebensgeschichte. Der 83jährige Mann konnte nämlich Englisch (was in China leider selten ist) und nebenbei auch noch 6 weitere Sprachen. In China muss er eine Art Volksheld sein, jedenfalls drehte eine deutsche Regisseurin erst vor kurzem den Film „The most admired man“ über ihn. Außerdem wurde er in dem Buch „Die 2000 wichtigsten Intellektuellen des 20. Jahrhunderts“ aufgeführt.

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Bauer mit Pflug am Baishan

Er zeichnete sich in seinem Leben nicht nur als ein bedeutender Botaniker (er bestimmte etwa 2000 Heilkräuter und ihre Wirkungen als Arzneimittel) aus sondern auch durch seine langjährige Arbeit als Arzt. Bis heute behandelt er Menschen die zu ihm kommen ohne eine Gegenleistung zu verlangen und mit großem Erfolg. Sein kleines Häuschen war vollgestopft mit Dankesbriefen von Patienten und Kliniken sowie Artikeln von Zeitungen aus aller Welt, denn Doktor He war wie wir auch in seinen Erzählungen merkten sichtlich stolz auf seine Leistungen. Nachdem er uns zum Abschluss noch etwas Gesundheitstee mitgegeben hatte, besuchten wir noch ein kleines buddhistischen Kloster. Abends ging es noch mal in die hübsch beleuchtete Altstadt zum Shoppen. Am Donnerstag fuhren wir mit dem Bus nach Shangri-La, einem Dorf in 3300m (!) Höhe an der tibetanischen Grenze. Auf dem Weg dorthin machten wir am Jangtsekiang halt. Außerdem durften wir einen riesigen Wasserfall, eingeschlossen von einem engen Tal, der Tigersprungschlucht bewundern.

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Bergsee in 3500m Höhe

In Shangri-La war es schon merklich kälter und vor allem wunderbar menschenleer. Wir fuhren an einen abgelegenen Bergsee , vorbei an riesigen Tälern und Wiesen mit Yakherden und trafen hier den Yeti. Zum Abschluss brachten uns der Besuch eines großen buddhistischen Klosters und die Ausführungen unseres tibetanischen Reiseführers die buddhistische Kultur näher. Nach diesem letzten Ausflug flogen wir zurück nach Peking. Am Sonntag flogen wir von dort zurück nach Deutschland. Aus dem Fenster des Flugzeugs sahen wir die vorerst letzten Anblicke eines Landes, das uns in den 2 Wochen so ans Herz gewachsen war und von dem wir trotzdem gern noch so viel mehr gesehen hätten.

Die vierte Runde des Auswahlverfahrens zur 19. Internationalen Biologieolympiade

Nach einigem Hin und Her, bezüglich des Termins, wurde die erste Juniwoche als Zeitraum für die vierte Runde der Internationalen Biologie Olympiade (IBO) festgelegt. So reisten also am 1. Juni 2008 die 11 besten Nachwuchsbiologen in der Jugendherberge in Kiel an. Es erwartete alle eine spannende und erlebnisreiche, aber auch etwas anstrengende Woche. Fünf der Elf kamen aus Brandenburg (Arne Jahn, Christina Kuhlmey, Dave Hartig, Sophie Kaspar und Svenja Rosenberger), von denen sich zwei wiederum (Arne Jahn und Christina Kuhlmey)für das Team qualifizierten. Die beiden anderen Schüler, die Deutschland in Indien vertreten dürfen, sind Maren Büttner aus Thüringen und Thai Le Tran aus Sachsen. Doch bevor die vier Sieger feststanden, mussten alle etliche Prüfungen und Trainings über sich ergehen lassen. In Vorbereitung auf diese Woche hatten wir alle zwei Sätze Trainingsaufgaben von unseren Betreuern bekommen, die es zu lösen und im Anschluss einzusenden galt. Kurze Zeit später kamen dann die Aufgaben samt Korrektur zurück, sodass man seine Fehler nachvollziehen konnte. Außerdem bekam jeder ein Thema, zu dem er einen Vortrag vorbereiten sollte, der dann im Laufe der Woche gehalten wurde.

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Verabschiedung der vier Brandenburger vor der Abreise nach Kiel durch Herrn Pohl und Herrn Dr. Lucius

Die vier Klausuren waren auf Montag bis Donnerstag verteilt. Vor der Botanik und Zoologieklausur gab es einen Crash-Kurs (ein Besuch im Botanischen Garten und das Sezieren einer Forelle). Die Physiologie-Klausur dauerte vier einhalb Stunden, weshalb es dort keinen Crash-Kurs gab. Inhaltlich ähnelten die Klausuren der dritten Runde. In Botanik gab es nur deutlich mehr zu untersuchendes Material und keine Mikroskop-Rally. Nachdem wir im Crash-Kurs eine Forelle seziert hatten, war in der Klausur ein Hering dran. Außerdem gab es noch einige theoretische Fragen zum Vertebraten- und Invertebraten-Auge, sowie zum Gehirn verschiedener Tiere. Das Physiologie-Praktikum war das umfangreichste. Themen waren hier das Blut, von dem Präparate hergestellt und mikroskopiert werden sollten, die Anzahl der Blutzellen in einem Liter Blut wurde ermittelt und auch die Hämolyse untersucht wurde, den Herzschlag von Daphnien in Abhängigkeit von der Temperatur, und die Atmung im Blatt, wobei es größtenteils um den Citratzyklus ging. Im MC-Teil der Theorie viel auf, dass etliche Fragen aus den Vorbereitungsaufgaben entnommen waren, und somit diejenigen, die sich mit den Aufgaben befasst hatten, einen Vorteil hatten. Auch im B-Teil kamen einige Inhalte aus den Trainingsaufgaben vor, doch auch vieles andere. Es waren alles in allem wieder so viele Aufgaben, dass es nahezu unmöglich war alle zu bearbeiten, doch in solch einem Fall kommt es dann darauf an, die zu lösen, die man kann, und die Punkte bringen.

Nachdem die letzte Prüfung am Donnerstag endlich hinter uns lag, begann die Arbeit für unsere Betreuer erst richtig, und uns erwartete ein schöner Nachmittag in Laboe. Wir fuhren mit dem Schiff hin, besuchten das Marine-Denkmal und das U-Boot, und als es Zeit zum Abendessen wurde, gab es für alle frischen Fisch in einem sehr schönen Lokal am Meer. Freitag vor der Abreise fand die Siegerehrung statt, wo unsere vier Mannschaftsmitglieder bekannt gegeben wurden. Doch alle, die Teilnehmer waren, haben viel dazugelernt, und auch wertvolle Preise erhalten. So soll dieser Bericht keine Abschreckung für potentielle Olympioniken sein, sondern ein Ansporn. Es steckt natürlich viel Arbeit dahinter, und die Anforderungen sind hoch, doch man lernt auch viele nette Schüler aus ganz Deutschland mit dem selben ‚Hobby' kennen, es gibt viel Neues zu entdecken, und es öffnen sich einem viele Türen, um im Bereich der Biologie weiterzukommen.

Teilnehmerin Sophie Kaspar (CFG)



Neu: Muffins, Bluttests und Medaillen

Erlebnisbereicht zur XIII. Biologieolympiade des Landes Brandenburg

Am Freitag den 23.05. und Samstag den 24.05.2008 war es wieder soweit und die 54 besten Biologen des Landes kamen nach Frankfurt (Oder), um die mit einigen Neuigkeiten veränderte XIII. Landesolympiade Junger Biologen zu bestreiten. Zur Mittagsstunde des Freitags kamen nach und nach die Schülerinnen und Schüler in das Gauß-Gymnasium getrudelt und holten sich in der Aula die obligatorischen Olympiade T-Shirts ab. Es folgte eine kleine Pause, in der schon freudig alte Bekanntschaften aufgefrischt und Erfahrungen ausgetauscht wurden, bevor es in der Kantine eine kleine Stärkung gab. Daraufhin folgte die Aufnahme des Erinnerungsfotos und es ging in die Aula, in der dann die Eröffnung stattfand. Bei dieser Gelegenheit ergriffen auch der Landeswettbewerbsleiter Herr Pohl und der extra vom IPN in Kiel angereiste Dr. Lucius als Leiter des Auswahlverfahrens für die Internationale Biologieolympiade das Wort, um die 5 qualifizierten Schüler Brandenburgs für die 4. Runde der 19. IBO besonders zu loben und sie mit einem kleinen Scheck weiter zu motivieren.

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Teilnehmer und Organisatoren vor dem Wettbewerb

Im Anschluss daran ging dann endlich die heiß ersehnte Klausur los und man konnte die Köpfe der Schüler förmlich rauchen sehen. Doch nach 2,5h für die Schüler der siebenten bis zehnten Klassen bzw. 3h für die Elf- und Zwölftklässler, war diese erledigt und der Großteil stärkte sich erstmal mit Kuchen, Muffins im Bioolympiadedesign oder auch einem Apfel. Dann ging es zum Internat, man begutachtete das Zimmer und nahm das Abendessen ein. Nach dem alle gestärkt waren, pilgerten die Wettstreiter wieder zurück zur Schule, um den Abend mit einem kleinen Sportprogramm ausklingen zu lassen. Nachdem unter Beweis gestellt wurde, dass die Biologen auch keine schlechten Sportler sind, ging es zur Nachtruhe ins Internat zurück. Nach einer mehr oder weniger erholsamen Nacht, in der sicher einige von verschiedensten Biologischen Problemen träumten, kehrte man am nächsten Morgen nach und nach wieder zur Schule zurück, in der ja noch das Praktikum zu bewältigen war. In der neunten und zehnten Klasse herrschte hierbei besondere Aufregung, da in diesem Jahr die Aufgaben erstmals nicht von Lehrern bzw. ehemaligen Schülern kamen, sondern vom Labor für Medizinische Diagnostik Oderland. Als die Zeit endlich ran war, lüftete sich dann das Geheimnis und die Schüler hatten eine sehr interessante Aufgabenstellung zu bearbeiten. Sie hatten 5 fünf verschiedene Blutproben zur Verfügung und mussten diese dann mit sogenannten Bedsidekarten auf Antikörper testen, um somit zu ermitteln welches Blut welcher Blutgruppe angehört.


Die ersten Preisträger und Goldmedaillengewinner

Nach dem das Praktikum beendet war, trafen sich wieder alle Schüler in der Kantine um das Mittag einzunehmen und sich auszutauschen, wie die anderen Schülerinnen und Schüler mit ihren Aufgaben zurechtgekommen waren. Im Anschluss schlenderten viele Schüler ein wenig auf dem Schulhof herum und warteten gespannt auf den kommenden Vortrag über das Reich der Pilze von Marcel Kuckelkorn. Als dieser dann endlich begann hatten viele Schüler eine Menge Freude, als sie sahen, wie Marcel im Zuge seiner Facharbeit Schimmelpilzkulturen züchtete und auch sonst viele interessante Einblicke in dieses, von jeder Menge Mythen und Legenden geprägte Reich, gab. Nach dem Vortrag erfolgte die Einsicht in die Klausuren und die Anspannung der Teilnehmer stieg merklich je näher sich die Preisverleihung kam. Gegen 17.00 Uhr war es dann zum Glück soweit und Herr Kuhn, ein Vertreter des Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport begann die Siegerehrung mit einer kleinen Rede, in der er verdeutlichte, wie wichtig die Olympiaden dem MBJS sind. Als die Rede beendet war, begann Herr Heinrich dann endlich mit der Bekanntgabe der Ergebnisse und es gab eine große Überraschung, in dem erstmals zusätzlich zu den Urkunden auch Medaillen vergeben wurden. Viele Gesichter erhellten sich, als die Schülerinnen und Schüler erkannten, welch hervorragende Ergebnisse auch dieses Jahr wieder erzielt wurden und einem bewusst wurde, was man an diesen zwei Tagen gelernt und erlebt hatte. Nach der Siegerehrung wurden die letzten Handynummern, Email-Adressen und Anschriften ausgetauscht und viele freuten sich schon auf das bald kommende Wiedersehen.

Franz Mierke ( Carl-Friedrich-Gauß-Gymnasium Frankfurt(Oder)


Landesfinale 2008 mit wahrhaft olympischem Charakter

Beim Finale der 13. Landesolympiade „Junger Biologen“ am 23. und 24. Mai 2008 am Carl-Friedrich-Gauß-Gymnasium in Frankfurt(Oder) ging es wahrhaft olympisch zu. Insgesamt 24 Schulen (61 Schulen und 2616 Schüler traten in der ersten Qualifikationsrunde an) hatten ihre Schülerinnen und Schüler für die nun entscheidende Endrunde qualifizieren können. Dabei stellten sich neben den teilnehmerstärksten Teams vom Gauß-Gymnasium (12), Steenbeck-Gymnasium (6) und Runge-Gymnasium Oranienburg auch viele Einzelstarter den Klausuren und Praktika. Das ist auch ein Zeichen für die kontinuierliche Arbeit der Kollegen mit dem „biologischen Nachwuchs“ im Unterricht in den Arbeitsgemeinschaften der an der Endrunde teilnehmenden Schulen, die seit Jahren zu den Stammkunden der Biologieolympiaden gehören und das Niveau der regionalen und landesweiten Endrunden mit bestimmen.

Das Organisationsteam der LOB konnte in diesem Jahr Preise und Anerkennungen an Schülerinnen und Schüler von insgesamt 15 Gymnasien vergeben. Das zeigt uns, dass der Weg der breiten Förderung über die Regionalwettbewerbe, Sommerakademien, Landesseminare und die Vergabe von Praktika sowie eine möglichst frühe Förderung in der Sekundarstufe 1 erfolgreich ist. Dieser Zusammenhang wurde auch von Herrn Kuhn (MBJS) und Herrn Dr. Lucius (IPN Kiel) während der Siegerehrung gewürdigt.

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Herr Kuhn überreicht den Sonderpreis des Bildungsministers an Dave Hartig

Erfolgreich entwickelt sich auch die Zusammenarbeit mit den Kollegen des Instituts für Medizinische Diagnostik Oderland, die unter anderem das Praktikum für die Klassenstufe 9/10 organisierten und einen Sonderpreis stifteten.

Olympisch geht es auch für Christina Kuhlmey (Weinberg-Gymnasium Kleinmachnow) und Arne Jahn (Gauß-Gymnasium Frankfurt (Oder) zum Ende des Schuljahres weiter. Sie schafften den Sprung in die deutsche Nationalmannschaft und fahren im Juli zur 19. Internationalen Biologieolympiade nach Mumbai (Indien). Anfang Juni haben sie sich bei der vierten Runde des Auswahlverfahrens zur IBO in Kiel qualifiziert. Gemeinsam mit Dave Hartig (Steenbeck-Gymnasium Cottbus) und Svenja Rosenberger sowie Sophie Kaspar (beide vom Gauß-Gymnasium Frankfurt(Oder) stellten die 5 Brandenburger wieder einmal das zahlenmäßig stärkste Team aller Bundesländer. Auch bei der IBO-Qualifikation können wir eine erfreuliche Zunahme der Beteiligung erkennen, die nicht zuletzt dem „Hochwachsen“ der Landesolympioniken und des Engagements ihrer Betreuer zu verdanken ist. 160 Jungbiologen beteiligten sich an der ersten Runde des Auswahlverfahrens zur 19. IBO- Schülerinnen und Schüler der Schulen, die auch auf langjährige LOB- Erfahrungen verweisen können.

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Den Sonderpreis der Schulleiterin des CFG konnte Frau Dr. Lange an Marcel Kuckelkorn überreichen

Für die Organisatoren und Teilnehmer endete eine erlebnis- und erfolgreiche 13. Biologie-olympiade des Landes Brandenburg mit der erstmaligen Übergabe der „biologieolympischen Medaillen“, die von den Preisträgern gern angenommen wurden. Im Auftrag des Organisationsteams möchte ich mich hier noch einmal bei allen Helfern, Betreuern und Kollegen an den Heimatschulen und den gastgebenden Gymnasien für deren Unterstützung bedanken.

Frank Heinrich (Landesbeauftragter)





6. Landesseminar zur Vorbereitung auf die IBO und EUSO 2007

Ein Bericht von Juliane Kuschke (Friedrich-Wilhelm-Gymnasium Königs Wusterhausen)

Mit 14 von 46 Teilnehmern in der 3. Runde der Internationalen Biologieolympiade gehört Brandenburg eindeutig zu den „Biologiehochburgen“. Für diese 3. Runde des Wettbewerbs wurden die Schüler vom 29. 01. bis 01. 02. 2007 an der Universität Potsdam so gut wie möglich vorbereitet. Los ging es mit einer kurzen Begrüßung durch Herrn Heinrich und Herrn Dahse gefolgt vom Botanikseminar mit Dr. Kummer. Nach einer kurzen Einführung in die Formen der Leitbündel, des sekundären Dickenwachstums und des Blattaufbaus konnten die Schüler selbst aktiv werden und ihr Wissen anwenden. So wurden verschiedene Schnittpräparate angefertigt, die dann mit dem Mikroskop genauer „unter die Lupe genommen“ werden konnten. Auf dieser Grundlage konnten verschiedene Pflanzen klassifiziert werden, bevor am Ende dieses Seminars noch einmal die Kenntnisse aller Teilnehmer aufgefrischt wurden, indem das Aufstellen von verschiedenen Blütenformeln geübt wurde. Nach einer kurzen Stärkung ging der Tag mit dem Aufgabentraining weiter, das von David Haselbach und Matthias Grießner, zwei ehemaligen Olympioniken, geleitet wurde. Im Rahmen dieses Aufgabentrainings wurden die grauen Zellen der Teilnehmer erst in einer anspruchsvollen Probeklausur und schließlich im Biomathematikvortrag stark gefordert. Nach diesem hatten die Schüler die Aufgabe, selbst ihr Wissen zu zeigen und zu teilen. Jeder Teilnehmer hatte vor dem Landesseminar ein Vortragsthema bekommen und jeder konnte in Folge dessen von den Vorträgen der anderen Teilnehmer profitieren. Am Ende des Tages stand neben des Abendsbrots in der Jugendherberge auch noch Freizeit auf dem Programm, sodass die Schüler die Chance hatten sich auszutauschen und die vielen interessanten Eindrücke des Tages gemeinsam zu verarbeiten.

Auch der Dienstag bot den Bio-Spezialisten viele neue Einblicke. Nach dem Frühstück wieder zurück in der Uni konnten die erfolgreichen Bio-Olympioniken Einblicke in die Mikrobiologie gewinnen: Sie probierten sich selbst bei einer Polymerase-Chain-Reaction aus und Professor Müller-Röber weihte die Schüler in die Anwendungsbereiche dieser Methode in der Forschung ein. Daraufhin ging es weiter mit Zoologie. Dort wurden die Teilnehmer des Auswahlverfahrens der Internationalen Biologieolympiade schon von Dr. Scheffler und Dr. Stuckas erwartet. Diese boten zunächst Einblicke in die Systematik der Insekten und anschließend wurden die Schüler selbst auf verschiedene Käfer losgelassen, die mit Hilfe von Mikroskopen und entsprechender Literatur bestimmt werden sollten. Ein besonderes Highlight dieser Woche stellte die spätere Sektion einer Schabe ( Periplaneta americana ) dar, hierbei hatten die Teilnehmer die Chance die Lehrbuchschemen auch einmal am selbst erstellten Präparat nachzuvollziehen. Als das Abendessen hinter den Teilnehmern lag, wartete das Aufgabentraining auch schon wieder, wobei an diesem Tag die weiteren Vorträge der einzelnen Teilnehmer für eine spannende Abwechslung sorgten.

Auch am nächsten Morgen traf man sich in der Universität Potsdam um mit Frau Dr. Eckermann verschiedene Experimente zur Wasser- und Ionenaufnahme durchzuführen. Besonders an diesem Praktikum war, dass die Schüler durch verschiedene Färbungsexperimente selbst Erkenntnisse über den Ionentransport sammeln konnten, die so wohl noch lang im Gedächtnis bleiben. Nach dem gemeinsamen Mittag in der Mensa fuhren die Schüler zum Deutschen Institut für Ernährungsforschung. Dort erwartete sie schon Frau Oszierenski, die in Ihrem Vortrag einen Einblick in den Geschmacks- und Geruchssinn gab. Abschließend besuchten die Bio-Olympioniken das Geruchslabor des Ernährungsinstituts, wo sich jeder selbst testen konnte, denn schließlich waren hier Knoblauch, Fenchel, Zimt und ähnlich bekannte Gerüche zu erkennen.

Mit dem Donnerstag brach nun leider auch schon der letzte Tag des Landesseminars an. Zusammen mit Dr. Witucka-Wall und Professor Altmann wurden an diesem Tag Plasmide aus Bakterien isoliert, mit Restriktionsenzymen verdaut und schließlich durch eine Agarose-elektrophorese sichtbar gemacht. Im Anschluss daran gab es bei einem Buffet die Möglichkeit sich mit den Referenten des Landesseminars noch einmal auszutauschen und zurück zu blicken auf eine sehr informative, interessante und spannende Landesseminarwoche. Besonderer Dank gilt hierbei den Referenten und Betreuern, ohne die das Landesseminar nie möglich gewesen wäre. Es bleibt nichts anderes übrig als allen Brandenburgern bei der 3. Runde der Internationalen Biologieolympiade ganz fest die Daumen zu drücken, schließlich wurden sie mit diesem Programm an der Potsdamer Universität optimal auf diese anstehenden Wettbewerbe vorbereitet. Also vielen Danke für alles und viel Glück für alle…

und hier noch ein paar Bilder

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... es war interessant für Neulinge und Wiederholungstäter
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Christina und Sophie beim Pipettieren...

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und alle Teilnehmer des Landesseminars vor dem Unigebäude




Wissen pur in Sans Souci & Co

Für vier Tage trafen sich zwölf Brandenburger Schüler, die erfolgreich an der zweiten Runde der Inter-nationalen Biologieolympiade teilgenommen hatten, in Potsdam. Nick Reidow und Caroline Zscheile vom Max- Steenbeck- Gymnasium Cottbus, Melanie Zienicke und Juliane Kuschke vom Friedrich-Wilhelm-Gymnasium KW , Konrad Herbst vom Humboldt- Gymnasium Potsdam , Christina Kuhlmey vom Weinberg-Gymnasium sowie Christoph Jahn, Christian Herold, Julia Oswald, Nicola Exner, Arne Jahn und Svenja Rosenberger vom Carl-Friedrich-Gauß-Gymnasium bekamen die Chance ihr Wissen zu verbessern. Für einige war es eine spezielle Vorbereitung auf die dritte Runde der IBO. Der Montag begann mit Genetik betreut von Professor Altmann. In Gruppen isolierte man DNA von der Ackerschmalwand, überprüfte Spaltungen sowie Kopplungen und bekam zum Schluss noch den theoretischen Überblick, wobei verschiedenen Berechnungen zur Vererbung integriert waren. Der Abend war durch Aufgabentraining gefüllt, so dass man an diesem Abend froh war ins Bett zu gehen. Im Teil des Gartens Sans Souci, der zur Uni Potsdam gehört, wurden wir von Professor Schneider in mikrobiolo-gischem Arbeiten, das heißt zum Beispiel Impftechniken und Arbeiten mit Nährböden unterrichtet. Den Nachmittag füllte ein Exkurs in die Botanik durchgeführt von Doktor Kummer. Verschiedene Holzschnitte und Bestimmungsübungen waren unsere Aufgaben, mit denen wir gefordert wurden.

Mittwochs fuhren wir nach kurzem Auswerten der Mikrobiologie wieder nach Golm. Dort standen Proteinextraktion aus Kartoffelpflanzen und deren Gelelektrophorese, unter der Aufsicht von Professor Röber, auf unserem Plan. Den Abend verbrachten wir gemeinschaftlich im Bowlingcenter. Am Donnerstag ging es morgens ins Deutsche Institut für Ernährungsforschung, wo wir einen Vortag über Ernährung und Sinnesphysiologie zu hören bekamen. Nach einem amüsanten Geschmackstest erfolgte eine kurze Auswertung durch unsere Betreuer. Als Teilnehmer kann ich sagen, dass die Woche für mich sehr interessant und lehrreich war. Der Mix aus Theorie und Praxis hat mir sehr gut gefallen und rückblickend kann ich sagen, dass die Woche gut auf Kiel zugeschnitten war. Was man auf jeden Fall als Bereicherung gewonnen hat, ist einen guter Einblick in das Universitätsleben und das Arbeiten in der Forschung, welches für viele Schüler interessant ist. Außerdem zeigen auch die Ergebnisse aus Kiel eine positive Bilanz. Svenja und Christina haben sich für die EUSO qualifiziert und letztere hat sogar das Erreichen der vierten Runde geschafft. Christian ist ganz knapp an der Grenze vorbeigerauscht, wird aber im nächsten Jahr zu den Besten gehören.

Einen großen Dank möchte ich an dieser Stelle den Betreuern der Uni Potsdam, David, Matthias, Maik und natürlich den Organisatoren und Betreuern, Herrn Heinrich, Herrn Dahse und Herrn Leidel aussprechen.

Hier noch ein paar Bilder:

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Gruppenfoto auf dem Campus der Uni Potsdam

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Arne beim Beimpfen von Nährböden

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Mikrobiologisches Arbeiten bei Professor Schneider

Arne Jahn

 


Spaß, Freude, Freunde und Erfolg

Vom 22.–27.02.2009 fand in Kiel die diesjährige dritte Runde des Auswahlverfahrens zur 20. Internationalen Biologieolympiade in Tsukuba (Japan) statt. Vorbereitet durch das viertägige Landesseminar reisten sieben Brandenburger (Jue Xiang Wang, Nicola Exner, Johannes Czerny, Raik Kirchoff, Franz Mierke, Marcel Kuckelkorn und Dave Hartig) nach Kiel, um sich den Herausforderungen der IBO zu stellen. Um 19:00 Uhr eröffnete Eckhard R. Lucius die dritte Runde. Er begrüßte die 45 Teilnehmer und stellte ihnen die Betreuer vor. Nach einem festlichen Mahl machten sich die 45 Biologen, noch bevorzugt in landesinternen Gruppen, einen schönen Abend. Am Montag stand der Crashkurs am IPN (Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften an der Universität Kiel) an, der die Schüler auf die drei Praktika (Botanik, Zoologie, Stoffwechselphysiologie) vorbereiten sollte. Außerdem gab es eine Einführung in die Welt der Biomathematik, die den Teilnehmern generell Schwierigkeiten bereitet. Ab 16 Uhr gab es in den Seminarräumen einen Vortrag zur Pflanzenanatomie und - physiologie. Nach dem Abendessen standen die Betreuer (alle Studenten oder Doktoranden) den wissbegierigen Schülern für Fragen zur Verfügung. Arne Jahn berichtete außerdem von seinen Erlebnissen der Endrunde in Indien (2008).

Der Dienstag war der erste Tag der Entscheidung. Die Praktika standen an. Drei Gruppen a 15 Personen absolvierten die 75-minütigen praktischen Tests, sodass am Ende ein mehr oder weniger gutes Gefühl zurückblieb. Doch der Tag war noch lange nicht geschafft. Mit den Worten: „Wann hat man schon einmal die 45 besten Jungbiologien Deutschlands auf einem Fleck“, leitete Doktorand Jörg Großschedl seine Studie zu Lernvoraussetzungen ein. Aufgeteilt in 4 Gruppen füllten die Schüler zunächst einen Test aus, lernten danach mit Hilfe eines Materials den Stoff, der im Test wichtig gewesen wäre und füllten diesen anschließend noch einmal aus. Pünktlich zum Abendessen erreichte die sichtlich ausgelaugte Gruppe ihre Kieler Jugendherberge. Nach einer Stunde Freizeit, die mehr zur Unterhaltung als zur Vorbereitung auf die theoretische Klausur genutzt wurde, fand die Mitgliederversammlung des Fördervereins der Biologieolympiade statt. Der Mittwoch begann mit einem Gefühl voller Vorfreude. Die viereinhalbstündige theoretische Klausur forderte den Teilnehmern noch einmal alles ab. Nach dem Mittagessen folgte die Auswertung der Praktika. Die Strapazen waren vorbei und es standen zweieinhalb Tage voller Spaß bevor. Die Stimmung war sichtlich aufgelockert. Die vorherrschenden Gesprächsthemen waren aber selbst beim Besuch des Kieler Planetariums am Mittwochabend noch die Klausuren. Das Unternehmen Eppendorf (in Hamburg), das Laborgeräte wie Zentrifugen und Pipetten herstellt, führte die Olympioniken am Donnerstag durch seine Hallen. Die Schüler erfuhren etwas über die Geschichte der Firma, die Produktion, die real-time PCR-Technik und die Analyse gentechnisch manipulierter Organismen (GMO) mittels Micro–array Technik. Am Ende des Tages wurde das Hamburger Nachtquartier bezogen und Abendbrot gegessen. Es folgte eine zweistündige Stadtrundfahrt. Für die Nachtschwärmer ging es danach auf die Reeperbahn, wo die Olympioniken bis spät in die Nacht tanzten und ausgelassen feierten. Die Siegerehrung stand am Freitagmorgen an. Den feierlichen Rahmen bildeten Reden von Eckhard Lucius und Ralf Claußen, dem Pressesprecher der Firma Eppendorf. Den Höhepunkt bildete jedoch die Vergabe der Urkunden, Mitgliedschaften im VdBio und der Motivation einer erneuten Teilnahme in Form eines Büchergutscheins im Wert von 75€. Die 12, die sich für die vierte Runde qualifizierten, brauchten diese Motivation allerdings nicht. Sie bekamen ein Biochemiebrettspiel („Stryer“) und die Einladung für die vierte Runde, in der für jeden 500€ bereitliegen. Der Förderverein der Biologieolympiade vergab außerdem sechs Praktika an renomierten deutschen Forschungsinstituten und eines an einem israelischen Institut. So schön die Woche auch war, musste sie irgendwann enden. Die Teilnehmer gratulierten und lagen sich zum Abschluss in den Armen. Der Abschied fiel allen sichtlich schwer, doch viele verabschiedeten sich mit: „Bis zum nächsten Jahr“. Für den Autor Marcel Kuckelkorn ist es das letzte Jahr, in dem er an der IBO teilnehmen darf. Er erinnert sich allerdings sehr gerne an die Zeit zurück und wünscht jedem engagierten Jungbiologen diese schönen Wochen selbst einmal erlebt zu haben.


20. Internationalen Biologieolympiade 2009- 10 Tage Big in Japan

Freitag der 11. Juli 2009, endlich ist es soweit. Für die vier „Jungbiologen“ Jan Krieghoff (Niedersachsen), Ilia Kats (Baden Württemberg), Dave Hartig und Marcel Kuckelkorn (beide Brandenburg) wurde es langsam ernst. Um 13:30 fliegen sie nach Japan um die Bundesrepublik Deutschland zu vertreten. Die eigenen und die Erwartungen ihrer Betreuer Eckhard Lucius, Christiane Mühle und Dennis Kappei waren zu Recht hoch, da die vier Auswahlrunden hart und mit einem großen Wissenszuwachs verbunden waren. Alle waren sich einig: Vier Medaillen wollen wir, nur über die Farbe gab es Uneinigkeit. Samstagmorgen (8 Uhr japanische Zeit) landet der Jumbojet und entlässt uns in eine neue, ungewohnte Welt voller farbenfroher Werbung, kryptischer Zeichen und einem heiß-feuchtem Klima. Ausgelaugt, aber voller Tatendrang bringen wir unsere Sachen vom Narita Airport ins zwei Busstunden entfernt gelegene Hotel in Tsukuba. Nach einem delikaten Mittagessen mit, zu unserem Leidwesen, sehr spärlich gefüllten Tellern, wagen wir die 45 minütige Fahrt mit dem Rapid Train nach Tôkyo. Christiane hat glücklicherweise einen Stadtplan, der uns zu Beginn leider nichts bringt, da zwar der Bahnhof eingezeichnet ist, aber wir nicht wissen aus welcher Seite wir rausgekommen sind. Also laufen wir einfach drauf los und genießen die Straßen, Gassen, Pflanzenwelt und Kulisse von Tôkyo. Eigentlich möchten wir nach Ueno, einer Marktstraße, doch als wir bemerken wo wir sind, ist es leider eine völlig falsche Richtung, wodurch wir zunächst einen Abstecher zum Tôkyo River machen. Nach einigen Stunden Fußmarsch und einem Tag der mittlerweile 29 Stunden dauert, essen wir in einem typisch japanischen Restaurant zu Abend. Es war einfach fabelhaft, wir probieren viele kleine Schüsseln voller japanischer Leckereien, wovon die meisten auch schmecken. Den krönenden Abschied bilden drei Pötte heißer Saake, die den Weg zurück ins Hotel leider nicht leichter machen.

mannschaft und betreuer

Die Mannschaft mit den Betreuern

Am Sonntag wechseln wir das Hotel und registrieren unser Team. Der Jetlag macht uns kaum zu schaffen. Wir sind nicht müde, aber teilweise etwas durch den Wind. Bei der Registration treffen zum ersten Mal die Teams aufeinander. Alle sind offen gegenüber den anderen. Wir reden, lachen und spielen miteinander. Gegen Mittag kommen unsere Guides zu uns. Sie werden uns die gesamte Zeit begleiten und uns dabei sehr ans Herz wachsen. Am Nachmittag fahren wir mit der Verstärkung durch unsere Guides ein weiteres Mal nach Tôkyo. Sie zeigen uns eine Tempelanlage, in der wir uns durch Inhalieren heiligen Rauches, Waschen mit heiligem Wasser und einer Geldspende das Glück holen, welches wir am Dienstag gebrauchen werden. Am Abend beziehen wir unsere Wohnung im Ninomija House, einem japanisch eingerichtetem, sehr gut ausgestattetem, schönem Studentenwohnheim. Die offizielle Eröffnung der 20. IBO naht. In Anzug und Krawatte stehen wir erwartungsvoll vor dem Auditorium in das wir gleich einmarschieren werden. Es ist soweit: mit stolzgeschwellter Brust betreten wir den Raum. Unter tosendem Beifall schwenkt Marcel die Deutschlandflagge. Wir steigen eine Treppe hinab und verbeugen uns auf der Bühne. Nach dem Einmarsch der Teams werden viele Reden gehalten u.a. vom IBO-Koordinator, vom Bürgermeister von Tsukuba, vom Vorsitzenden der Universität Tsukuba, von The Imperial Highness Prince Hishiato of Akishino und dem IBO- Chairman Poonipope Kasemsap. Besonders die Rede Kasemsaps ist an die Schüler gerichtet und macht deutlich was sie bereits erreicht haben, und dass es neben dem Wettkampf vor allem darauf ankommt Kontakte zu knüpfen und Freundschaften zu schließen. Der erste Tag der Entscheidung: Dienstag 14. Juli 2009 eingeteilt in vier Gruppen werden wir nacheinander die Praktika in Genetik, Biochemie, Zellphysiologie und Tier- und Pflanzenanatomie und – physiologie absolvieren. Die Inhalte sind das Erkennen von Drosophila Mutanten, Dünnschichtchromatographie, PAGE, Durchführen und Auswerten photometrischer Untersuchung einer Enzymreaktion, Populationswachstum von Hefen, Mitose, Bewegung von Grünalgen, Sektion einer Seidenspinnerraupe, Qualitative Nachweise mit quantitativer Abschätzung von Protein-, Kohlenhydrat- und Fettgehalt bei Samen und Fruchtentwicklung bei Angiospermen. Die Praktika liegen uns eigentlich allen, da wir in der Vorbereitung alle Versuche so oder so ähnlich bereits durchgeführt hatten. Am Ende sind einige von uns mit einem schlechten Gefühl nach Hause gegangen, doch am Samstag sollten wir sehen, dass sie sich täuschen. Zurück im Ninomija House gehen wir zur Origami Night. Dabei schauen wir uns Videos vom Falten an und sollen nach drei bis vier Schritten raten, welche Figur am Ende rauskommt. Nach dem Quiz dürfen wir auch selbst aktiv werden und mit Hilfe kleiner Anleitungen Figuren herstellen. Die Abende verbringen wir weiterhin mit reden. Wir unterhalten uns mit den Leuten, die wir kennen gelernt haben und kennen lernen wollen. Es ist total schön, dass (fast) alle Englisch sprechen und die Kommunikation kein Hindernis darstellt. Wir haben immer viel Spaß und schon nach den ersten Tagen merken wir, dass dies ein unvergesslicher Ausflug für jeden von uns sein wird. Der Mittwoch ist zum Entspannen und Sight Seeing da. Wir fahren in mehreren Bussen zu einem Raumfahrtmuseum, einem Geologiemuseum und einem Naturkundemusem. Die Führer sprechen sehr gutes Englisch. Immer häufiger werden die Situationen in denen wir sogar untereinander Englisch sprechen. Der Aufenthalt im Naturkundemuseum ist mein persönliches Tageshighlight. Die Flora ist genau wie die Ausstellungsstücke wunderschön und vielfältig. Außerdem haben wir bei der Reise mit unseren Freunden von den Dinos durchs Meer in eine Welt riesiger Pilze und Insekten viel Spaß.

nach der siegerehrung

...nach der Siegerehrung

Donnerstag 9:30: Das Finale beginnt! Die Theorieklausuren sollen uns noch einmal alles abverlangen und zeigen wer der beste Jungbiologe der ganzen Welt ist. Es gibt eine zweistündige MC (multiple choice) Klausur und eine 2,5 stündige Komplexklausur in der Aufgaben aus allen Themenbereichen der Biologie gestellt werden. Um 16 Uhr ist es soweit. Sichtlich erleichtert verlassen die Schüler die Hörsäle. Noch sind einige geknickt, weil es vielleicht doch nicht gereicht hat, doch als wir unsere Betreuer das erste Mal seit Montag wiedersehen ist alles wie weggeblasen. Die Tsukuba Night erwartet uns. Auf dem Universitätsgelände gibt es für die Teilnehmer und ihre Betreuer eine Bühnenshow mit japanischer Musik und japanischen Tanzeinlagen, die zum Mitmachen animieren (was selbstverständlich auch genutzt wird). Außerdem gibt es viel verschiedenes Essen: kaltes Buffet, warmes Buffet, Reis, gegrilltes, Desserts, Eis, usw. Es ist einfach für jeden etwas dabei. Nach dem offiziellen Teil geht die Party im Ninomija House für uns Schüler noch bis spät in die Nacht weiter. Zu dem Zeitpunkt wird uns langsam bewusst, dass unsere Reise fast vorbei ist. Die Gespräche, Freundschaften und Abende werden intensiver. Die meisten haben Freunde gefunden mit denen sie hoffentlich auch ab Montag noch Kontakt haben werden. Der Freitag ist wieder Exkursionstag, aber was für einer! Wir fahren nach Nikko, einem Weltnatur- und Weltkulturerbe. Nach einigen Zwischenstopps bringen uns die Busse durch 22 Kurven auf 2000m Höhe. Doch es gibt weder Einöde noch Schneelandschaft, sondern einen wunderschönen Bergsee, und eine Tempelstadt die ihres Gleichen sucht. Die Bäume schießen wie Gras schnurgerade 20 oder 50 m in die Höhe. Die Tempel sind prunkvoll, mitreißend und einzigartig. Hinter jedem Bild steckt eine kleine Geschichte von denen uns die Führerin einige erzählt. Wir machen viele Fotos, selbstverständlich auch die klassischen Touristenfotos unter dem Bild der drei Weisen Affen.Nach dem Besuch der Tempelanlage geht es in ein Fischzuchtgebiet, das seine Teiche durch Stauung von Bergquellen bildet. Das ganze ähnelt mehr einem Park als einer Zuchtanlage. Es ist total idyllisch und bereits nach wenigen Minuten wünscht man sich für immer auf diesem Fleck Erde zu verweilen. Die Exkursion ist lang, die Rückkehr spät, doch geschlafen haben wir im Bus genug. Niemand denkt daran ins Bett zu gehen oder die Sachen zu packen. Es wird gefeiert und die einzigartige Stimmung genossen die entsteht wenn 220 junge Erwachsene einer Altersgruppe aus 54 Ländern Spaß haben wollen. Nach dem Finale folgt die Entscheidung. Die Closing Ceremony ist das zweite Highlight, bei dem wir uns wieder richtig in Schale schmeißen. Bevor die Ergebnisse verkündet werden, gibt es ein Special Seminar das vor allem unsere Guides für ein kleines Nickerchen nutzen. 16 Uhr, die Reden zur Siegerehrung beginnen. Die Spannung steigt. Die Räume sind zwar klimatisiert, trotzdem läuft der Schweiß, die Beine zittern, das Herz klopft und der Hals pulsiert. Zunächst werden die Bronzemedaillengewinner auf die Bühne gerufen. Bin ich nicht dabei, habe ich Silber oder gehe ohne Medaille nach Hause. Soll ich mir wünschen dabei zu sein? Der erste, der von uns nach vorne gehen darf ist Marcel. Die Freunde jubeln, Fotos werden geschossen, Dennis und Christiane stürmen zur Bühne: Freude pur. Zurück auf dem Platz heißt es besonderes Daumendrücken für die anderen drei. Die Silbermedaillen beginnen und Ilia wird aufgerufen. Mit stolz geschwellter Brust steht er auf der Bühne und lässt sich ausnahmsweise mal gerne fotografieren. Nach einiger Zeit folgt Jan. Als 30. der Welt wird Dave aufgerufen. Wir sind alle überglücklich, auch wenn es bei keinem für Gold gereicht hat. Danach folgt das Mannschaftsfoto mit den Betreuern, Teilnehmern, der Deutschlandflagge und unseren Medaillen: was kann es schöneres geben. Nach der Siegerehrung wird sogar laut Programm nur noch gefeiert. Neben Miss Japan (mit der wir natürlich ein Foto gemacht haben) treffen wir den deutschen Botschafter. Am Abend tanzen wir ausgelassen mit unseren Freunden. Doch das Ende der Party bedeutet auch den Abschied von unseren Guides. Das ist der erste traurige Moment der IBO, den wir mit kleinen Geschenken einigermaßen erträglich machen. Der zweite, sehr schwere Abschied folgt mitten in der Nacht im Ninomija House. Sachen packen wir erst um 3 Uhr. Postkarten schreiben wir um 5 Uhr zu Ende. Halb 6 fahren wir los. Yoshi und Ami (unsere Guides) sind extra früh aufgestanden um uns zum Bussteig zu begleiten. Der dritte traurige Moment ist das Losfahren des Busses. Am Flughafen angekommen, herrscht eine fröhliche, bedrückte Stimmung. Der Flug vergeht im Flug und wir kommen gesund und munter in Frankfurt (Main) an. Der nächste Abschied fällt uns nicht schwer, denn wir wissen, dass wir uns wiedersehen! Die Internationale Biologieolympiade war das Highlight meines Lebens! Ich bin froh, dass mir die Teilnahme ermöglicht wurde, weshalb ich mich an dieser Stelle besonders bei meinen Biologielehrern Frank Heinrich und Ole Müller bedanken möchte. Genauso wichtig wie die beiden sind allerdings die Freunde, die ich bei der nationalen Olympiade gewonnen habe, da sie ein entscheidender Grund waren, weshalb ich immer wieder dahin wollte! Vielen Dank! Ein Bericht von Marcel Kuckelkorn Humanmedizin Universität zu Lübeck